Maschinendiagnose2 (Level 2)
Maschinen mit niedrigen Drehzahlen sind oftmals Kernstück der Produktion. Fallen derartige Komponenten aus, entstehen enorme Kosten. Eine vertiefende Maschinendiagnose hilft vorzubeugen.
THEMA | Vertiefende Diagnose an Gleitlagern, Wälzlagern mit niedrigen Drehzahlen, bei Montagefehlern und Maschinen mit intensiven Störgeräuschen
Dieses Seminar baut auf die Kenntnisse des Seminars Maschinendiagnose 1 auf.
In dem zweitägigen Seminar "Vertiefende Diagnose an Gleitlagern, Wälzlagern mit niedrigen Drehzahlen, bei Montagefehlern und Maschinen mit intensiven Störgeräuschenmit niedrigen Drehzahlen und hohem Störpegel" werden die Auswirkungen von deutlich schwieriger zu erkennenden Maschinenfehlern wie Unwucht-, Ausrichtungs-, Verzahnungs- und Wälzlagerfehler auf die Signalzusammensetzung bei der Amplituden- und Frequenzmodulation untersucht. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Erkennen von Montagefehlern bei Wälzlagern. Dabei werden insbesondere die messtechnischen Belange für die richtige Anwendung der Hüllkurven-Demodulation unter der besonderen Berücksichtigung von Maschinen mit niedrigen Drehzahlen und an frequenzgeregelten Antrieben betrachtet. In Bezug auf die Diagnose von fehlerhaften Gleitlagern wird das Auftreten von Ölwirbeln, Sub- und Interharmonischen an Praxisbeispielen erläutert.
Besondere Beachtung finden ebenso die Probleme bei Maschinen mit technologisch bedingten Störschwingungen wie Schraubenverdichter, Rootsgebläse, Mühlen, Brecher usw.. Die Unterdrückung von Störsignalen bei diesen Maschinen ist entscheidend für eine aussagekräftige Diagnose. Die Wirkungen der zeitsynchronen Mittelung und des Ordertracking werden diesbezüglich experimentell erläutert.
Dabei gehen wir gern auch auf Fragen und Erfahrungen unserer Teilnehmer bzgl. der Zustandsbestimmung ein und diskutieren diese. Wenn Sie also ein aktuelles Problem haben, bringen Sie es einfach mit!
Teilnehmer
- Meister, Techniker und Ingenieure in der Instandhaltung und im Service, sowie Mitarbeiter der Qualitätssicherung, Forschung, Entwicklung und Konstruktion, die mit der Maschinendiagnose vertraut sind.
- maximal 20 Personen
SeminarInhalt
Modulationen können verschiedene Ursachen haben und unterliegen damit auch unterschiedlichen Bewertungskriterien.Das Erkennen von Amplituden- und Frequenzmodulation im Zeitsignal und im Schwingungsspektrum zeigen wir an praktischen Beispielen und in Versuchen. Die richtige Anwendung der Hüllkurvendemodulation unter der besonderen Berücksichtigung von Maschinen mit niedrigen Drehzahlen (kleiner 100 U/min) ist für die Diagnose von entscheidender Bedeutung.
Hüllkurven-Demodulation
Auswirkungen von Maschinenfehlern auf die Signalzusammensetzung
- bei der Amplitudenmodulation
- bei der Frequenzmodulation
Dabei geben wir Hinweise zur Bestimmung der Mindestabtastrate und -auflösung in den Spektren der Hüllkurvendemodulation.
Aussagefähigkeit
Hinsichtlich der Aussagefähigkeit zu langsam drehenden Maschinen zeigen wir in Vergleichen die Unterschiede zwischen normaler FFT, Hüllkurvendemodulation, Peak View und Drehwinkelanalyse.
Messfehler
Meßfehler und deren Erscheinungsformen
- bei hohen Meßstellentemperaturen
- bei niederfrequenten Maschinenbewegungen
- bei Sensorüberlastung
Sensoranforderungen
Die Erfassung niederfrequenter Signale stellt besondere Anforderungen
- an den Sensor
- an den A/D-Wandler
Je nach Betriebsbedingung sind Sensoren mitunter Umgebungs-einflüssen ausgesetzt, die außerhalb ihrer Einsatzcharakteristik liegen. Wir zeigen, wie man derartige Überlastungen erkennt und bewertet und was bei der Auswahl geeigneter Meßtechnik zu beachten ist.
An- und Abfahrvorgang
Für die Bewertung von Schwingungserscheinungen ist die Erfassung von An- und Abfahrvorgängen von großer Aussagekraft.
Wir demonstrieren Vor- und Nachteile
- der Wasserfalldarstellung
- der Zeitsignalauswertung
Störschwingungen
Die Diagnose von Anlagen, die technologisch bedingt sehr stark schwingen, bedarf einiger Erfahrung. Wir zeigen, wie Drehkolben-gebläse und Schraubenverdichter durch Unterdrückung solcher Störschwingungen sicher überwacht werden können.
Signalübertragung
Eine Aussage zur Signalübertragung an einer Maschine, an der aus verschiedenen Gründen nicht an jedem Meßpunkt gemessen werden kann, ist von großer Bedeutung für die Aussagekraft der Messungen an sich.
Wir vermitteln anschaulich die Grundlagen der praxisnahen 2-Kanal-FFT-Analyse. Dabei werden auch folgende wichtige Begriffe geklärt
- die Übertragungsfunktion
- die Kohärenz
- die Impedanz
Anschaulichkeit
Alle Betrachtungen werden mit Experimenten an Prüfständen untersetzt.
Inhaltsverzeichnis der Seminarunterlagen
DDC-Seminar-TIPP
Die Überwachung von Maschinenschwingungen mit einem Pegelmessgerät muss gut überlegt werden. Fallen Störschwingungen, wie der Drehklang bei Drehkolbenmaschinen in den zu überwachenden Frequenzbereich, wird das Messergebnis massgeblich hiervon beeinflusst und eine sinnvolle Aussage ist nicht gegeben.
